Jocelyn
Daubigney wurde 1964 in Paris geboren. Er studierte
Flöte bei Raymond Guiot, Alain Marion und Ida Ribera.
1981 und 1982 gewann er zwei erste Preise bei den Wettbewerben
“City of Paris Orchestral and Solo Musician”
und trat mit dem Ensemble Instrumental de France und dem
Ensemble Orchestral Jean-Walter Audoli auf. Sein Interesse
für Alte Musik führte zu einer Zusammenarbeit
mit Pierre Séchet am Pariser Konservatorium, wo
er 1998 mit einem ersten Preis ausgezeichnet wurde. Anschliessend
erweiterte er seine Studien bei dem renommierten Barockspezialisten
Barthold Kuijken am Konservatorium in Brüssel, wo
er 1991 mit dem Diplôme supérieur mit Bestnote
ausgezeichnet wurde. Jocelyn Daubigney arbeitet mit einer
Reihe bedeutender Barockensembles zusammen, mit denen
er auftritt und Aufnahmen macht, wie Les Talens Lyriques,
Le Concert Spirituel, La Grande Ecurie, La Chambre du
Roy und dem Orchestre des Champs-Elysées. Für
Naxos hat er die Kantaten und Triosonaten von Louis-Nicholas
Clérambault aufgenommen; die Aufnahme der Konzerte
für fünf Flöten von Joseph-Bodin de Boismortier
erhielt von Frankreichs wichtigstem Klassikmagazin einen
„Choc du Monde de la Musique“. Für das
Label Deutsche Harmonia Mundi nahm er die gesamten Fantasien
für Flöte solo von Georg Philipp Telemann auf,
2005 die gesamten Sonaten für Flöte und Cembalo
von Johann Sebastian Bach zusammen mit Christophe Rousset
für Ambroisie.
Geboren in Avignon, absolvierte Christophe
Rousset seine Ausbildung zum Cembalisten an der
Schola Cantorum in Paris sowie bei Bob van Asperen am
Königlichen Konservatorium in Den Haag. Mit seinem
Sieg beim Cembalo-Wettbewerb in Brügge machte er
schon früh auf sich aufmerksam, war er doch erst
der zweite Künstler in der Geschichte dieses Wettbewerbs,
der mit einem ersten Preis geehrt wurde. Seine internationale
Karriere begann er als Solist in Konzerten und bei Aufnahmen
verschiedener renommierter Ensembles wie Reinhard Goebels
Musica Antiqua Köln, der Academy of Ancient Music
von Christopher Hogwood und insbesondere William Christies
Les Arts Florissants, deren ständiger Repetitor er
wenig später wurde. Ausserdem wirkte er als Cembalist
und Begleiter am Pariser Konservatorium, bevor er 1991
sein eigenes Ensemble, Les Talens Lyriques, gründete,
mit dem er sich den verschiedenen Gattungen der französischen
und italienischen Oper des 17. und 18. Jahrhunderts widmet,
aber auch geistliche Werke und konzertante Kammermusik
dirigiert.
Mit seinem mitreissenden Enthusiasmus als Dirigent und
Musikforscher stiess er sehr rasch in das Spitzenfeld
der im In- und Ausland massgeblichen Barockmusiker vor.
Bei Engagements auf den bedeutenden Konzertpodien und
Barockfestspielen in der ganzen Welt arbeitete er mit
einer Reihe führender Musiker von Andreas Scholl
bis Cecilia Bartoli zusammen. 1994 nahm er den Soundtrack
zu dem Film Farinelli mit Les Talens Lyriques auf.
Seine Einspielungen auf dem Cembalo wurden vielfach preisgekrönt:
Seine Aufnahmen sämtlicher Cembalowerke von Rameau
und Couperin wurden mit dem Gramophone Award, dem Prix
Caecilia und dem Cannes Classical Award ausgezeichnet,
für seine Einspielung des Cembalowerks Pièces
de Clavecin von Royer erhielt er den Diapason d’Or,
für die Bach-Partiten den Cannes Classical Award
und für die Cembalowerke von Gaspard le Roux den
Deutschen Schallplattenpreis.
Heute ist Christophe Rousset gleichermassen als Cembalist,
Dirigent und Lehrer tätig. Als Anerkennung für
seine Verdienste wurde er zum Officier de l’Ordre
des Arts et Lettres und Chevalier de l’Ordre national
du Mérite erhoben.
Sonntag,
29. April 2007, 17 Uhr
museum franz gertsch
„Bach
und seine Söhne“ Werke von Wilhelm Friedemann
Bach, Johann Sebastian Bach und
Carl Philipp Emanuel Bach